22. Sep, 2015

Über das "Unaussprechliche"....

 

Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass Vertreter und aktive "Täter" der Print-Medien, sprich Zeitungen, von LW über Journal, Jeudi, Land bis hin zum Tageblatt und ach Gott, Paperjam, NICHT auf der Seite des "Volkes"stehen, der Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung also. Im Gegenteil, sie stehen auf der Seite einer elitären Minderheit, zu der sie sich, buhlend, selbst zählen. Leute, die auch im Erwachsenenalter noch eingleisig geprägt sind vom mehr oder minder intensiven und und ebenso mehr oder weniger erfolgreichen Kontakt mit frankophonen Grandes Écoles und Universitäten. Mit oder ohne Abschluss. Die oftmals mitgebrachten Partner aus diesen Ländern vergrössern noch zusätzlich die Gräben zur "daheimgebliebenen" autochtonen Bevölkerung.

Dass Luxemburg nach 1945 trotzig zu einer französischen Amtssprache überging, ist vielleicht nachvollziehbar, stellt aber zum heutigen Zeitpunkt nur noch ein Hemmschuh für die Entwicklung unseres Landes dar. 
Zu monomodal ist der französische Einfluss und zu zweitrangig der von dort kommende wirtschaftliche Nutzen, wenn eine solch einseitigen Bindungen Überhand nehmen sollte.

Über germanophone Arbeitnehmer, wenn sie denn überhaupt hier arbeiten können, ohne zusätzlich die französische Sprache zu erlernen, wird noch immer in gewissen Kreisen die Nase gerümpft, während ihre frankophonen Pendants keine weiteren Sprachen zu beherrschen brauchen. Was sie auch nicht tun. Von 6 oder 8 Probanten eines bekannten hiesigen Audit-Unternehmens blieb wie vorgesehen nach etwas mehr als einem Jahr nur einer übrig: ein Luxemburger mit deutschem Wirtschaftsstudium. Sämtliche "ressortissants des Grandes Écoles" oder Wirtschaftsuniversitäten wurden im Laufe der Probezeit ausgemustert, wegen mangelndem Fachwissen und nicht zuletzt, wegen mangelnder Sprachkenntnissen. Eine frankophone Exklusivität macht sich nicht so gut in London oder Singapur. In den meisten französisch geführten Firmen wird den Geschäftspartnern und den Kunden Französisch aufgezwungen.
Zur gleichen Zeit fahren die Luxemburger liebend gerne nach Trier zum Einkauf, nicht nur, weil es sprachlich einfacher ist, sondern auch produktlich interessanter. Vor Allem aber ist die Geschäftswelt im germanophonen Raum einfach freundlicher.

Wir sollten eigentlich die gesamte Evolution unseres Landes nüchtern in Bezug stellen zur damaligen Entscheidung unseres Landes für das öffentliche Französische. Wo stünden wir heute, wenn nicht die Deutschen, sondern die, damals wie heute, nicht minder faschistoiden und antisemitischen Franzosen diese ganzen Gräueltaten verübt hätten? Würden wir dann freiwillig eine uns völlig fremde Sprache wie das Französische in solchem lächerlichen Ausmasse verherrlichen? 
Leider bindet die damalige Entscheidung für eine fast ausschliesslich französische Amtssprache auch alle Beamten ein, die der Frankophonie gezwungenermassen nichts entgegen setzen können. Dass Deutsch auch eine der Amtssprachen ist, entpuppt sich meist als peinliches Feigenblatt und wird enstprechend diskriminiert, wenn es nur geht. Somit sind Gerüst und die sich weiter entwickelnden Strukturen unseres Landes eindimensional, aber überaus solide, mit der Grande Nation verbunden. Diese Bande dienen einer selbsternannten Elite als ebenso solide Abgrenzung zum "Volk" hin, den sogenannten "Dummen". Die Hoffnung, dass sich 70 Jahre nach Kriegsende, die heutige Jugend des frankophonen Einheitsdiktates entledigen wird, ist zwar vorhanden, sms, facebook und Twitter sei Dank, aber differenzierte mediale Meinungs-Plattformen gibt es nicht. Das "Volk" darf Leserbriefe auf Luxemburgisch oder auf Deutsch schreiben oder Interviews in Luxemburgisch geben, entschieden wird an sämtlichen Stellen, von der Gemeinde bis zum Staatsrat, auf Französisch, in Schrift und Sprache. Ob Du das verstehst oder nicht! Wenn Du nachfragst, stehst Du eh da als der ganz "Dumme".

Gott sei Dank dürfen unsere Abgeordneten inzwischen Luxemburgisch parlieren, wenngleich es sich manchmal wie eine französische Folterung der eigenen Muttersprache anhört. Und, stellen Sie sich mal vor, ich darf mich vor Gericht in der Sprache meiner Vorfahren verteidigen. Wahrscheinlich wird man mir mein Todesurteil aber auf französisch vorlesen.